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RISU / Deutsch / Die großen Religionen / Ukrainische Orthodoxe Kirche–Moskauer Patriarchat / Metropolit Volodymyr von Kiew und der gesamten Ukraine:

Metropolit Volodymyr von Kiew und der gesamten Ukraine

Metropolitan Volodymyr of Kyiv and all Ukraine(bürgerlich Viktor Sabodan)

Geboren in eine Bauernfamilie im Bezirk Chmelnytskiy 1935. Sein Vater war Kirchenältester. Von frühester Kindheit an war er Ministrant und sang im Chor. Sein erster Geistlicher Vater, der Pfarrer Vater Sylvester, brachte ihm Kirchenslawisch bei, lehrte ihn, Ikonen zu verstehen, und weckte in ihm eine Liebe zur Literatur.

Im Jahre 1954 trat er ins Seminar von Odessa ein, 1962 schloß er die Leningrader (heute St. Petersburger) Geistliche Akademie ab und begann, am Seminar von Odessa zu lehren. Im selben Jahr wurde er zum Priester geweiht, legte die Mönchsgelübde ab und wählte den Namen Volodymyr. Nach der Bischofsweihe 1966 war er Repräsentant der Russisch-Orthodoxen Kirche auf dem Weltkirchenrat in Genf. Anstelle des Metropoliten Filaret wählte ihn das Konzil der Bischöfe der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche in Charkiw im März 1992 zum neuen Oberhaupt der UOK-MP.


Seiner Meinung nach kann die Ukrainische Kirche nur Autokephalie erreichen einerseits durch strikte Befolgung des Kirchenrechts, andererseits mit Zustimmung des Ortskonzils der Russisch-Orthodoxen Kirche. Selbst unter diesen Bedingungen hält er eine Spaltung der Kirche für unvermeidbar; seine Aufgabe sieht er darin, die aus einer solchen Spaltung resultierenden schweren Konsequenzen so gering wie möglich zu gestalten. Als Metropolit von Kiew hat er die zweite Position im Heiligen Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche inne (der Patriarch von Moskau hat die erste Position).


Metropolit Volodymyr unterhält ständige Kontakte mit dem ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma und vielen anderen Personen politischer und finanzieller Zirkel, meidet aber öffentliche Veranstaltungen. Niemals besucht er Treffen, an denen Patriarch Filaret möglicherweise teilnehmen könnte.

Als Liebhaber des Gesangs besitzt er eine Sammlung von Aufnahmen ukrainischer Volkslieder, ebenso sammelt er Briefmarken und Postkarten. Gegen eine gute Mahlzeit hat er nichts einzuwenden.

Der Text wurde übernommen aus dem ukrainischsprachigen Journal "Liudyna i Svit" ("Mensch und Welt") vom Februar 1998.