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RISU / Deutsch / Die großen Religionen / Muslime / Tamim Achmed Mohammed Mutakh:

Tamim Achmed Mohammed Mutakh

Geboren am 1. August 1956 im Libanon, schloss die Fakultät für Computertechnologie des Kiewer Polytechnischen Instituts ab. Als junger Mann, der in der muslimischen Tradition aufgewachsen war, brachten ihn Fächer wie wissenschaftlicher Atheismus, historischer und dialektischer Materialismus und andere “- ismen” dazu, den Islam näher zu studieren. Durch den Zwang, Gegenargumente zur sowjetischen Doktrin zu finden, wurden sein Verstand und seine Seele gestärkt. Nachdem er in seine Heimat zurückgekehrt war, studierte er an der Fakultät für Höhere Islamische Studien an der Universität Beirut und erlangte schließlich den Magistertitel der Islamischen Universität in Aleppo/Syrien.

Ein zweites Mal kam er als Doktorand in die Ukraine, wiederum studierte er am Kiewer Polytechnikum als Spezialist für Mikroprozessorsysteme in lokalen Netzwerken. Gleichzeitig begann er, Vorlesungen für die Kiewer Muslime zu halten, und übersetzte in seiner Freizeit theologische Werke aus dem Arabischen. Im Jahre 1992 wurde er zum Imam (Leiter der muslimischen Gemeinde) von Kiew gewählt. Ein Jahr später wurde die Geistliche Direktion der Muslime der Ukraine gebildet, und nach einem weiteren Jahr wurde Scheich Achmed zu ihrem Leiter gewählt. Auf Achmeds Initiative wurde 1993 die Islamische Universität gegründet, um muslimische Geistliche auszubilden. Er selber lehrt dort Fundamentaltheologie, leitet ein Wissenschafts- und Forschungszentrum und gibt eine zweisprachige (arabische und russische) Zeitung, „Minarett“, heraus.


Mehrmals hat Achmed betont, daß jedes Geschöpf in der Ukraine Gott für die Schönheit der Natur und des Klimas hier zu Dank verpflichtet ist und sich für die Bewahrung dieses wundervollen Geschenkes verantwortlich fühlen sollte. Seiner Meinung nach hat die ukrainische Nation einen herzlichen und weltoffenen Charakter.

Regelmäßig spricht er sich gegen Fundamentalismus und Extremismus aus, die seiner Meinung nach das Wesen des Islam verformen und in keiner Weise seine wahre Identität widerspiegeln.

Er ist verheiratet und hat drei Töchter und einen Sohn. Er hat gewisse Erfahrung in der Küche und ist kein schlechter Koch. In seiner Freizeit malt und näht er gerne.

Der Text wurde übernommen aus dem ukrainischsprachigen Journal "Liudyna i Svit" ("Mensch und Welt") vom Februar 1998.