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Das Judentum

Die jüdische Gemeinschaft in der Ukraine besitzt

198 Gemeinden
2 Missionen
92 Rabbiner
97 Synagogen
1 Synagoge ist in Bau

Die folgenden Information sind der Webseite der Vereinigung der Juden in der Ukraine (www.fjc.ru/ukrainefr.htm) entnommen.

In der Ukraine existiert die drittgrößte Jüdische Gemeinschaft Europas und die fünftgrößte Jüdische Gemeinschaft der Welt. Der Großteil der ukrainischen Juden wohnt in den vier großen Städten Kiew, Dnipropetrowsk, Charkiw und Odessa. Trotz der Repressionen durch die verschiedenen Herrscher und Regimes der jüngeren Geschichte haben Juden immer eine sehr große Rolle in der Entwicklung von Handel und Industrie sowie der städtischen Kultur in der Ukraine eingenommen.

Das osteuropäische Judentum, insbesondere jene jüdischen Gemeinschaften in den heutigen Staaten Russland, Weißrussland, Polen, der Ukraine und Rumänien, hat eine gemeinsame Geschichte. Während des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelten die Juden dieser Länder verschiedene Formen religiöser und nationaler Identität, die es ihren Gemeinschaften erlaubten, sich dem wechselnden sozialen und politischen Klima bis 1939 anzupassen. Neben den Chassidim entstand im 18. Jahrhundert eine pietistische Strömung, andere bekannten sich zu den Idealen der jüdischen Aufklärung oder zur Haskalah, die ihnen ein Leben in der modernen, nicht-jüdischen Gesellschaft ermöglichten, ohne dabei ihre jüdische Identität aufgeben zu müssen.

Zu Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts beteiligten sich Juden aus Osteuropa in zunehmendem Maße an den neuen politischen Bewegungen des Zionismus und Sozialismus teil. Ziel des Zionismus waren die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina sowie die Förderung der Kultur des Ostjudentums. Der „Bund“, eine Partei jüdischer Arbeiter, war der einzigartige Versuch, die Ideale des Sozialismus und des jüdischen Nationalismus zu verbinden. Obwohl die radikalsten politischen Führer des Ostjudentums die jüdische Religiosität ablehnten, stellten die jüdischen Frömmigkeitsideale doch für nicht wenige Führer und Mitglieder einen wesentlichen Teil dieser Bewegung dar.

Die überwältigenden Mehrheit der osteuropäischen Juden sprach Jiddisch, und viele der wichtigsten Vertreter moderner jiddischer Literatur lebten und wirkten im Gebiet der heutigen Ukraine, insbesondere in den Städten Odessa, Kiew, Lemberg und Czernowitz (z.B. Mendele Mocher Sforim und Sholem-Aleykhem, die lange Zeit in Odessa lebten). Ihre Werke spiegeln die im Wandel begriffene soziale, politische und ökonomische Wirklichkeit des traditionellen Ostjudentums wider.

Bis 1939 stellten Juden einen großen Teil der Bevölkerung des heutigen ukrainischen Territoriums. Während des II. Weltkriegs wurden mehr als die Hälfte von ihnen durch das nationalsozialistische Regime ermordet. Auch in sowjetischer Zeit war die jüdische Kultur schweren Repressionen ausgesetzt. Heute genießen die ukrainischen Juden die neuerrungene Freiheit, die es ihnen erlaubt, ihre Gemeinden wiederzuerrichten und zu erneuern.


Der Text entstand unter Mitwirkung von Sean Martin (Cleveland, Ohio/USA), Historiker des Ostjudentums, der 2002 Fulbright-Stipendiat in Lemberg war.

Yaakov Dov Bleich (Vereinigung jüdischer Gemeinschaften der Ukraine) ist Oberrabbiner von Kiew und der ganzen Ukraine.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Jewish Foundation of Ukraine und des Ukrainian Jewish Congress.