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RISU / Deutsch / Die großen Religionen / Die Armenische Apostolische Kirche:

Die Armenische Apostolische Kirche

Die Armenische Apostolische Kirche hat:

16 Gemeinden
8 Priester
10 Kirchen
2 Kirchen sind im Bau

Die Armenische (oder Gregorianische) Kirche ist eine der ältesten Kirchen sui juris, die sich bis auf apostolische Zeiten zurückverfolgen läßt. Der Überlieferung nach haben die hl. Apostel Thaddäus und Bartholomäus in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts in Armenien gepredigt, die ersten Gemeinden gegründet und auch das Martyrium erlitten. Weil dem Armenischen Volk das Christentum von den Aposteln gebracht wurde, nennt sich die Armenische Kirche „apostolisch“. Der Name „Gregorianische Kirche“ leitet sich vom Schutzpatron des armenischen Volkes ab, Gregorius dem Erleuchter. Mit der im Jahr 301 erfolgten Erklärung des Christentums zur Staatsreligion durch den armenischen König Trdat III., der durch Gregorius zum Glauben gekommen war, wurde Armenien zum ersten christlichen Staat der Welt.

Die Lehre des Konzils von Chalzedon 451, an dem auch kein armenischer Bischof teilgenommen hatte, wurde von der Synode der Armenischen Apostolischen Kirche des Jahres 506 abgelehnt; aus diesem Grunde wird die AAK (zusammen mit der Koptischen, Äthiopischen, Syrischen und Malankarischen Kirche) den sog. Vorkalzedonensischen Orthodoxen Kirchen zugezählt. Bedingt durch die bewegte Geschichte des armenischen Volkes (alte und neue armenische Königreiche in Kilikien und im Südosten Kleinasiens wurden zerstört), gibt es heute eine große armenische Diaspora auf der ganzen Welt. Unter solchen Umständen dienten Sprache und Religion als Garanten für die Erhaltung der nationalen Identität.

Zwar wird der Patriarch und Katholikos der Armenier (heute ist es Seine Heiligkeit Garegin II.), der in Etschmiadzin (in der Nähe von Eriwan) residiert, als geistliches Oberhaupt aller Gläubigen der AAK angesehen; doch haben sich im Laufe der Zeit in der Kirche noch drei weitere wichtige Zentren entwickelt, die ihre eigene Jurisdiktion besitzen. Dem Katholikat von Etschmiadzin sind die armenischen Patriarchate von Jerusalem und Konstantinopel (Istanbul) untergeordnet. Der Katholikat von Kilikien (jetzt in Libanon), deren Oberhaupt Seine Heiligkeit Katholikos Aram ist, ist unabhängig geblieben. Die AAK hat heute mehr als 30 Diözesen (davon 9 in Armenien, die übrigen in der Diaspora) und mehr als 6 Mio Gläubige.

Armenier gab es in der heutigen Ukraine schon lange vor Entstehen der Kiewer Rus’. Mehrere Ereignisse des 11. Jahrhunderts (zerstörerische Angriffe der Seldschuken, der Zusammenbruch des bagratundischen Reiches, die Verfolgung der Armenier durch die byzantinische Politik dieser Jahre) hatten dann die Auswanderung vieler Armenier aus ihrer Heimat in die Kiewer Rus’ (meistens in den Westteil des Reiches) zur Folge.

Durch Urkunde des Katholikos Mesrop I. wurde im Jahre 1364 eine armenische Diözese in Lemberg gegründet, die bereits drei Jahre später durch ein Dekret König Kasimirs des Großen von Polen bestätigt wurde. Dadurch wurde die Kirche Mariae Entschlafung in Lemberg (geweiht 1363) zur Kathedrale erhoben und entwickelte sich zum diözesanen Zentrum aller Armenier in der Rus’, der Walachei und Moldawien.

Der dreizehnte Bischof dieser Diözese, Mykolaj Torosowycz, verkündete im Jahre 1630 in der Karmeliterkirche zu Lemberg eine Union mit Rom, die in Anwesenheit des Papstes Urban VIII. 1635, verbunden mit der Erhebung von Torosowycz zum Erzbischof, bestätigt wurde. Damit war eine ständige Union der Armenier auf dem Gebiet der Recz Pospolita (des polnisch-litauischen Staates) mit Rom begründet worden, obwohl der Streit zwischen Anhängern und Gegnern der Union bis zum Ende des Jahrhunderts andauerte. Diese Union bewirkte einerseits die Integration der armenischen Minderheit in die polnische Gesellschaft, andererseits aber auch deren Assimilation. Das Erzbistum von Lemberg der armenisch-katholischen Kirche war dem Papst unmittelbar unterstellt und bestand in dieser Form bis 1944. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es vom sowjetischen Regime zerstört.

Am 28. November 1991 wurde die AAK (Gemeinden existieren in Lemberg, Kiew, Odessa, Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk und in einigen Städten der Krim) in der Ukraine wiederbelebt und ihre Diözese offiziell registriert. Oberhaupt der ukrainischen Diözese der AAK ist heute der Hochwürdige Bischof Gregorius Buniatjan mit Sitz in Lemberg. Die Rückgabe der Kathedrale Mariae Entschlafung ist im Gange.