Mehr als 97% der heute registrierten religiösen Gemeinschaften sind christliche Gemeinden. Etwa die Hälfte dieser Gemeinden entstammt der orthodoxen Tradition. Die übrige Hälfte teilt sich in Katholiken und Protestanten. Nach der offiziellen Terminologie gehören die drei größeren orthodoxen Jurisdiktionen sowie die Griechisch-Katholische Kirche zur Kategorie der „traditionellen Kirchen“. Die Römisch-Katholische Kirche wird „historische Kirche“ genannt.
Die ORTHODOXEN KIRCHEN in der Ukraine führen ihre Geschichte zurück auf den Beginn des Christentums in der Ukraine, als der Hl. Volodymyr der Große (Wladimir) 988 den Byzantinisch-Slawischen Ritus des Christentums für sein Volk annahm. Differenzen der jüngeren Geschichte haben diese Gruppen gespalten, aber gemeinsam sind ihnen sowohl ihre Geschichte als auch gleichartige (byzantinisch-slawische) theologische und liturgische Traditionen.
In der Ukraine existieren drei größere orthodoxe Jurisdiktionen:
Die verschiedenen KATHOLISCHEN KIRCHEN der Ukraine haben volle Kirchengemeinschaft mit dem Papst von Rom und untereinander. Dennoch sind ihre Geschichte sowie theologische und liturgische Unterschiede völlig unterschiedlich. Diese Katholischen Kirchen sind Kirchen sui iuris, d.h. sie haben vollständige und sichtbare Gemeinschaft mit dem Römischen Apostolischen Stuhl, besitzen aber eigene eparchiale (diözesane) Strukturen, ein eigenes liturgisches Leben, eine eigene kanonische Ordnung, eigene historische und kulturelle Besonderheiten usw.
In der Ukraine sind zwei größere Katholische Kirchen präsent:
Die Armenisch-Apostolische Kirche ist in der Ukraine seit mindestens dem 11. Jahrhundert vertreten. Sie ist eine vorkalzedonensische Kirche, die weder mit den Orthodoxen Ostkirchen der byzantinischen Tradition noch mit den Katholischen Kirchen in Gemeinschaft steht. Sie hat 16 Gemeinden in verschiedenen Regionen der Ukraine.
PROTESTANTISCHE KIRCHEN UND GEMEINSCHAFTEN sind schon seit der Reformation im 16. Jahrhundert in der Ukraine vertreten. Ihre Anzahl und Vielfalt ist im 19. und 20. Jahrhundert gewachsen. Seit der ukrainischen Unabhängigkeit und der damit verbundenen Glaubens- und Gewissensfreiheit 1991 haben sie einen wichtigen Platz im ukrainischen religiösen Leben inne.
ANDERE GRÖSSERE GLAUBENSGEMEINSCHAFTEN haben in der Geschichte der Ukraine eine wichtige Rolle gespielt und sind auch heute noch von Bedeutung.
NICHT-TRADITIONELLE und NEUE RELIGIÖSE BEWEGUNGEN sind in den letzten Jahren verstärkt in die Ukraine gekommen. Sowohl die Zahl ihrer Gemeinden als auch der Anhänger verzeichnet ein starkes Wachstum.
Die Zeugen Jehovas sind in der Ukraine bereits seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts präsent. Sie haben 655 Gemeinden, davon die meisten in der Westukraine.
Weiße Bruderschaft (engl)